Neuromotorische Unreife: Warum Lernen im Körper beginnt

In dieser Woche durfte ich in der Kita Kinderland in Zweenfurth und der Grundschule Beucha zu Gast sein. In den Gesprächen mit Eltern und Pädagogen wurde eines deutlich: Der Leidensdruck ist oft groß, wenn Kinder trotz guter Begabung im Alltag „anecken“.

Die Ursache ist oft eine neuromotorische Unreife. Doch was verbirgt sich hinter diesem sperrigen Begriff?

Stellen Sie sich die Entwicklung eines Kindes wie ein Haus vor. Das Dach (schulische Leistungen wie Rechnen und Schreiben) kann nur stabil sitzen, wenn das Fundament (die motorische Reife) tragfähig ist.

Jedes Kind bringt bei der Geburt frühkindliche Reflexe mit. Diese automatischen Bewegungen helfen dem Baby beim Start ins Leben. Innerhalb des ersten Lebensjahres sollten diese Reflexe „ausreifen“ und im zentralen Nervensystem (ZNS) integriert werden. Bleiben Reste dieser Muster aktiv, muss das Gehirn ständig Energie aufwenden, um sie zu kontrollieren. Diese Energie fehlt dann im Klassenzimmer.

Die Anzeichen sind vielfältig und werden oft fälschlicherweise als mangelnde Disziplin oder Faulheit missverstanden.

Wie im Garten alles seine Zeit zum Reifen braucht, kann auch das Nervensystem nachreifen. Die INPP®-Methode bietet hier einen fundierten Weg: Durch gezielte, tägliche Bewegungsreize bekommt das ZNS die Chance, diese Entwicklungsschritte nachträglich zu vollziehen. Wir arbeiten nicht am Symptom (dem Zappeln), sondern am Fundament.

Lernen beginnt mit Bewegung und Wahrnehmung. Drei kleine Impulse für zu Hause:

Ein Verständnis für diese biologischen Zusammenhänge nimmt oft den Druck aus der Familie. Wenn Sie den „roten Faden“ in der Entwicklung Ihres Kindes verstehen möchten, stehe ich Ihnen als zertifizierte Fachkraft zur Verfügung.

Anja Ruhm | Diplompädagogin & INPP® neuromotorische Entwicklungsförderung

In den Vorträgen haben wir über 5 Anzeichen gesprochen, die zeigen, dass der ‚Keller‘ noch wackelt. Kennen Sie das auch? Das Kind zappelt oder das Schriftbild verkrampft…

Ich habe all diese Anzeichen und – noch wichtiger – konkrete Übungen für den Küchentisch in meinem neuen Praxis-Guide zusammengefasst. Du kannst ihn dir hier kostenlos als PDF mitnehmen.“