„Mama, mir ist so langweilig!“ – In vielen Eltern löst dieser Satz sofort Stress aus. Wir haben das Gefühl, unsere Kinder ständig fördern, bespaßen oder beschäftigen zu müssen. Doch aus neuro-pädagogischer Sicht ist Langeweile kein Zeichen von Stillstand, sondern ein wertvoller Zustand für die kindliche Entwicklung.

Im NPZ Ruhm betrachte ich Lernen immer als einen Prozess, der ein stabiles Fundament braucht. Und zu diesem Fundament gehören – neben der neuromotorischen Reife – vor allem auch Pausen.

Wenn keine äußeren Reize wie Fernsehen, Spiele oder Termine auf das Kind einwirken, schaltet das Gehirn in das sogenannte Default Mode Network (Ruhezustandsnetzwerk). In dieser Phase arbeitet das Gehirn keineswegs weniger, es arbeitet nur anders:

Für diese Kinder ist „echte“ Langeweile – also das reine Sein ohne Leistungsdruck – überlebenswichtig. Es ist die Zeit, in der das Gehirn die nötigen Kapazitäten findet, um an der eigenen Nachreifung zu arbeiten. Ein überreiztes System kann nicht nachreifen; es ist im Überlebensmodus.

Kinder mit einer neuromotorischen Unreife (persistierenden Reflexen) stehen oft unter einer ständigen, inneren Grundspannung. Ihr System ist durch die permanente Kompensation von Reflexen viel schneller erschöpft als das anderer Kinder.

Pausen sind keine verlorene Zeit. Sie sind der Humus, auf dem Konzentration und Lernfreude überhaupt erst wachsen können. Gönnen Sie Ihrem Kind (und sich selbst!) diese Momente der Leere. Es ist die beste Vorbereitung auf die kommenden Anforderungen im Schulalltag.

Möchten Sie wissen, wie Sie das Nervensystem Ihres Kindes gezielt entlasten können?
Ich berate Sie gerne dazu, wie wir durch die neuromotorische Entwicklungsförderung mehr Leichtigkeit in den Alltag bringen – mobil im Landkreis Leipzig oder in meinen Praxisräumen.

Anja Ruhm
„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Familien dabei zu helfen, Druck rauszunehmen und die biologische Basis zu stärken.“