der beste „Humus“ für das Lernen ist.

„Mama, mir ist so langweilig!“ – In vielen Eltern löst dieser Satz sofort Stress aus. Wir haben das Gefühl, unsere Kinder ständig fördern, bespaßen oder beschäftigen zu müssen. Doch aus neuro-pädagogischer Sicht ist Langeweile kein Zeichen von Stillstand, sondern ein wertvoller Zustand für die kindliche Entwicklung.
Im NPZ Ruhm betrachte ich Lernen immer als einen Prozess, der ein stabiles Fundament braucht. Und zu diesem Fundament gehören – neben der neuromotorischen Reife – vor allem auch Pausen.
Pausen sind kein Stillstand, sondern das Fundament für neues Wachstum.
Was passiert bei Langeweile im Gehirn?
Wenn keine äußeren Reize wie Fernsehen, Spiele oder Termine auf das Kind einwirken, schaltet das Gehirn in das sogenannte „Default Mode Network“ (Ruhezustandsnetzwerk). In dieser Phase arbeitet das Gehirn keineswegs weniger, es arbeitet nur anders:
- Verarbeitung: Erlerntes und Erlebtes werden sortiert und gefestigt.
- Kreativität: Erst wenn die „vorgefertigte“ Beschäftigung fehlt, muss das Gehirn eigene Ideen entwickeln.
- Regeneration: Das Nervensystem kommt zur Ruhe und baut Stresshormone ab.
Der Bezug zur neuromotorischen Unreife
Für diese Kinder ist „echte“ Langeweile – also das reine Sein ohne Leistungsdruck – überlebenswichtig. Es ist die Zeit, in der das Gehirn die nötigen Kapazitäten findet, um an der eigenen Nachreifung zu arbeiten. Ein überreiztes System kann nicht nachreifen; es ist im Überlebensmodus.
Kinder mit einer neuromotorischen Unreife (persistierenden Reflexen) stehen oft unter einer ständigen, inneren Grundspannung. Ihr System ist durch die permanente Kompensation von Reflexen viel schneller erschöpft als das anderer Kinder.
Fazit: Mut zur Lücke
Pausen sind keine verlorene Zeit. Sie sind der Humus, auf dem Konzentration und Lernfreude überhaupt erst wachsen können. Gönnen Sie Ihrem Kind (und sich selbst!) diese Momente der Leere. Es ist die beste Vorbereitung auf die kommenden Anforderungen im Schulalltag.
Möchten Sie wissen, wie Sie das Nervensystem Ihres Kindes gezielt entlasten können?
Ich berate Sie gerne dazu, wie wir durch die neuromotorische Entwicklungsförderung mehr Leichtigkeit in den Alltag bringen – mobil im Landkreis Leipzig oder in meinen Praxisräumen.

Anja Ruhm
„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Familien dabei zu helfen, Druck rauszunehmen und die biologische Basis zu stärken.“
Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen der pädagogischen Information über die Bedeutung von Ruhephasen für die neuromotorische Entwicklung. Die beschriebenen Zusammenhänge (z. B. das Default Mode Network) stellen keine medizinische Beratung oder Heilbehandlung dar. Die im NPZ Ruhm angebotene Entwicklungsförderung nach der INPP®-Methode ist ein pädagogisches Konzept und ersetzt keine notwendige ärztliche Untersuchung oder Therapie. Bei Verdacht auf klinische Störungsbilder wenden Sie sich bitte an eine entsprechende Facharztpraxis.